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Aus einem April

GedichtDeutsch1906

  • Von Rainer Maria Rilke (1875–1926)

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Text und Übersetzung

Wieder duftet der Wald.

The forest smells sweet again.

Es heben die schwebenden Lerchen

The hovering larks lift

mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern

up with them the sky, which on our shoulders

schwer war;

was heavy;

zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er

true, one still saw through the branches the day, how it

leer war,-

was empty—

aber nach langen, regnenden Nachmittagen

but after long, rainy afternoons

kommen die goldübersonnten

come the sun-gilded

neueren Stunden,

newer hours,

vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten

before which, fleeing, on distant house facades

alle die wunden

all the wounded

Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

windows beat their shutters in fear.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser

Then it becomes quiet. Even the rain goes more softly

über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.

over the stones’ calmly darkening shine.

Alle Geräusche ducken sich ganz

All sounds crouch completely

in die glänzenden Knospen der Reiser.

into the gleaming buds of the twigs.

Hintergrund

Der Originaltext ist gemeinfrei.

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